Sicher Surfen

Sicher Surfen

Das Internet nimmt in immer weitere Teile unseres Lebens Einzug und ist längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden, eine ganze Generation ist bereits in das Zeitalter des Internets hineingeboren und darin aufgewachsen und für viele ist der Weg zu einem internetfähigen Gerät kürzer als der Griff zu einem Buch.

Wir empfehlen jedem Menschen viele Bücher zu lesen und sich generell vieler Informationsquellen zu bedienen, angesichts einer Studie des Statistischen Bundesamts laut welcher im Jahr 2015 bereits 47 Millionen Menschen (77% der Internetnutzer) ab 10 Jahren in Deutschland online eingekauft haben, möchten wir hier auf die technischen Gefahren hinweisen.

Trotz der hohen Internet-Affinität vieler Benutzergruppen wird das Thema Sicherheit im Internet überwiegend als unnötige Randerscheinung betrachtet und das ist sehr fahrlässig. Um dem entgegen zu wirken, widmen wir uns in diesem Blogbeitrag der Sicherheit beim Online-Shoppen und verzichten darauf, auch die in erster Linie überwiegenden Vorteile aufzuzählen.

Prüfen Sie, wie seriös Ihr Onlineshop arbeitet!

Niemand muss etwas verstecken, wenn er nichts zu verbergen hat. Beachten Sie daher, wie transparent sich Ihr Verkäufer im Internet präsentiert. Ein erster Blick in das Impressum verrät einiges. Existiert keines oder sind die Angaben lückenhaft, sollten Sie von einem Kauf absehen. Korrekt arbeitende Anbieter geben neben der vollständigen Anschrift auch weitere Kontaktdaten bekannt, mithilfe derer Sie bei Rückfragen telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen können.

Prüfen Sie vorher, welche rechtlichen Grundlagen für die Kaufabwicklung zum Tragen kommen. Diese sind in jedem Land verschieden und hängen vom Firmensitz des Verkäufers oder des Betreibers einer Plattform ab. Zudem sind rechtliche Unterschiede zwischen gewerblichen und privaten Verkäufern möglich. Nehmen Sie sich Zeit, die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen.

Bei den Kosten für den Versand, Reklamationen und Modalitäten zum Umtausch finden sich häufig Passagen zum Nachteil des Kunden. Seien Sie in Folge besonders vorsichtig, wenn Sie Angebote bei Onlineauktionen ersteigern und achten Sie besonders auf die angegebenen Versandkosten, welche teilweise nicht sofort ersichtlich sind.

Sehen Sie nach, wie bisherige Kunden den Anbieter bewerten. Für Onlineshops gibt es spezialisierte Prüfstellen, die nach erfolgreichem Prüfen Zertifikate ausstellen. Die Prüfer nehmen Faktoren wie Transparenz, Zahlungs- und Lieferkonditionen, Datenschutz sowie weitere wichtige Punkte unter die Lupe. Zertifikate wie „TÜV-Siegel“, „EHI“ oder „Trusted Shops“ und andere signalisieren einen sicheren Einkauf im Internet.

Lesen Sie genau, was über das Produkt geschrieben steht!

Wenn ein wertvoller Markenartikel wie ein hochpreisiges Zeiss Zielfernrohr deutlich unter dem handelsüblichen Preis ausgezeichnet ist, sollten Sie zurecht wachsam sein. Möglicherweise handelt es sich um eine Nachbildung, ein Exemplar mit Defekten oder bloß die Verpackung. Versichern Sie sich bei teuren Artikeln, dass das Angebot original und vollständig ist. Prüfen Sie die Produktinformationen sorgfältig und sehen Sie sich vorhandene Fotos genau an.

Scheuen Sie sich nicht, den Verkäufer zu kontaktieren, wenn Sie vor dem Kauf unsicher sind. Achten Sie genau auf die entstehenden Kosten für den Versand. Hat der Anbieter seinen Firmensitz in einer anderen Wirtschaftszone, können Zollgebühren und Steuern den Einkauf zusätzlich verteuern.

Übermitteln Sie nur die nötigsten Daten!

Sobald Sie nicht mehr stöbern und tatsächlich einen verbindlichen Kauf im Onlineshop tätigen wollen, ist es notwendig persönliche Daten bekannt zu geben. In der Regel registrieren Sie sich mit einem eigenen Benutzerkonto. Dabei sollten Sie nur jene Felder ausfüllen, die Ihr Verkäufer benötigt, um Transaktionen juristisch einwandfrei abzuwickeln. Dazu gehören die Lieferadresse und die Art wie Sie die Ware bezahlen möchten. Wichtig: Sie müssen als Privatperson in keinem Fall ihre Steuernummer angeben und sollten das auch nicht tun.

Achten Sie auf Optionen, mit denen Sie Ihrem Anbieter untersagen können, Ihre Daten für Werbezwecke an Dritte zu übermitteln.

Senden Sie sensible Daten nie unverschlüsselt!

Die Angaben in Ihrem Benutzerkonto, in Verbindung mit Ihrem Benutzernamen und Passwort, sind besonders sensible Daten. Kriminelle können versuchen, diese Daten abzufangen, wenn Sie Ihre Eingaben an einen Onlineshop übermitteln. Geeignete Schutzmechanismen sind deshalb notwendig.

Bevor Sie ein Benutzerkonto anlegen oder etwas online kaufen, sollten Sie prüfen, ob der Shop Ihrer Wahl eine sichere verschlüsselte Verbindung einsetzt. Sie erkennen einen verschlüsselten Zugang an einer https Adresse zur Website. Die meisten Browser zeigen Ihnen zudem ein Schlosssymbol in einer der Leisten an. Doppelklicken Sie auf dieses Symbol, um weitere Details zur Verschlüsselung anzuzeigen. 128-bit oder höher gilt in der Praxis als sichere Verbindung.

Verschlüsselt der Betreiber des Onlineshops seine Plattform nicht oder nur unzureichend, sind andere Plattformen zu bevorzugen. Für manche Produkte ist ohnehin ein Laden im analogen Leben die beste Wahl.

Verwenden Sie ausschließlich sichere Zahlungsmethoden!

Suchen Sie sich Ihren Lieblingsshop im Internet nicht einzig nach den besten Preisen aus. Es macht einen großen Unterschied, welche Varianten zum Zahlen Ihnen ein Verkäufer anbietet. Die einzelnen Optionen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Gegenwärtig am gängigsten ist das Bezahlen auf Rechnung, gefolgt von PayPal und der Lastschrift, dann kommt das Bezahlen per Kreditkarte und am Schluss die Vorkasse (Zahlen aus dem Jahr 2016). Die Verfahren sind generell recht unkompliziert für den Käufer gestaltet. Das Zahlen per Kreditkarte und Lastschrift setzt allerdings voraus, dass der Käufer vor dem ersten Bestellen zumindest einmal seine sensiblen Zahlungsdaten über das Internet an einen Anbieter übermittelt. Dies sollte, wie zuvor geschildert, nur im verschlüsselten Modus geschehen. Hat der Verkäufer eine nicht einwandfreie oder beschädigte Ware oder gar überhauptnicht geliefert, kann der Käufer von seinem Käuferschutz bei PayPal oder Amazon Payment gebrauch machen oder seine Kreditkartenbuchung stornieren. Bei der Bezahlart Vorkasse ist es meist etwas schwieriger, bzw langwieriger das gezahlte Geld zurück zu erhalten

Online-Bezahlsysteme wie „Amazon Payment“ oder „PayPal“ erfassen und verifizieren Ihre sensiblen Bankdaten einmalig. Anschließend können Sie ohne Neueingabe Ihrer Daten über das Bezahlsystem bei vielen Onlineshops einkaufen. Für jedes Benutzerkonto im Internet gilt: Schützen Sie sich immer mit einem ausreichend starken Kennwort. Eine Zahlung per Nachnahme verursacht in den meisten Fällen zusätzliche Gebühren. Dafür ist die Ware erst dann zu bezahlen, wenn sie die angegebene Lieferadresse auch erreicht hat. Hat man die Lieferung angenommen und bezahlt, kann im Garantiefall eine Rückerstattung kompliziert werden.

Ungeachtet, welches Zahlungsverfahren Sie bevorzugen: Prüfen Sie zeitnah und regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Kontaktieren Sie bei verdächtigen oder unerklärlichen Buchungen ohne Verzögerungen Ihr kontoführendes Institut.

Seien Sie sich Ihrer Rechte bewusst!

Das Fernabsatzgesetz bildet die rechtliche Grundlage für die meisten Einkäufe im Internet. Ausnahmen sind beispielsweise Lebensmittel oder Tickets. Wenn Sie mit der Ware nicht einverstanden sind, dürfen Sie die Artikel binnen einer gesetzlichen Frist von 14 Tagen umtauschen bzw zurück geben, eine Angabe von Gründen ist dabei nicht erforderlich. Sie müssen den Kauf in Textform widerrufen und die Ware nachvollziehbar zurücksenden, jeder Händler muss ihnen dazu nach einem abgeschlossenen Kaufvertrag ein Widerruf- Musterformular zukommen lassen.

Lassen Sie sich nicht Ihre Daten stehlen!

Sehr häufig verwenden Kriminelle Phishing als Methode zum Diebstahl persönlicher Daten. Dabei versenden sie gefälschte E-Mails, die Kunden auffordern, persönliche Daten wie Passwörter oder Informationen zu Kreditkarten in Formularen einzugeben und dort zu bestätigen. Diese Nachrichten sehen offiziellen Nachrichten bekannter Unternehmen täuschend ähnlich. Ihre Hausbank, Ihr Kreditkartenanbieter oder seriöse Plattformen werden Sie niemals auffordern, Ihre sensiblen Daten per E-Mail oder über einen Hyperlink zu übermitteln.

Öffnen Sie niemals Anhänge von elektronischen Nachrichten, wenn Sie nicht zu 100 Prozent sicher sind, dass die Absenderadresse auch wirklich seriös und plausibel ist. In Anhängen kann sich Schadsoftware verstecken, die nach dem Öffnen sensible Daten auf Ihrem Computer ausliest und im Hintergrund an Kriminelle versendet. Hacker sind in der Lage, leicht vermeintlich echt aussehende Absenderadressen zu fälschen.

Halten Sie mit Ihren Ansprechpartnern im Zahlungsverkehr sicherheitshalber telefonisch Rücksprache, sobald der leiseste Zweifel an einer E-Mail besteht.

Ihr Computer sollte immer geschützt sein!

Wer im Internet Einkäufe erledigt, sollte dies ausschließlich auf sicher installierten Computern machen. Außerhalb Ihrer persönlichen Umgebung - im Hotel, am Arbeitsplatz oder bei Freunden - wissen Sie niemals genau, wer sonst noch welche Dinge mit einem Rechner anstellt. Verwenden Sie nur Computer, die Sie als absolut vertrauenswürdig ansehen, am besten Ihren persönlichen PC.

Ein vernünftiges Virenschutzprogramm mit aktuellen Signaturen ist Pflicht für einen sicheren Umgang mit dem Internet. Auf Ihrem PC sollte eine Personal Firewall installiert und konfiguriert sein. Sie überwacht die Aktivitäten zwischen dem Internet und Ihrer lokalen Umgebung. Zudem sind Programme zum Schutz vor Phishing und Spam empfohlen.

Manche Betriebssysteme haben bereits alle Komponenten integriert, einige Softwarehersteller bieten Rundumschutz im Paket an.

Sämtliche Anwendungen, die Ihren Computer vor Gefahren unterschiedlichster Art schützen, sollten regelmäßig aktualisiert werden und am jeweils letzten Stand sein. Vergessen Sie nicht, Ihre Daten regelmäßig zu sichern.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Große Auswahl, hohe Preis-Transparenz und Vergleichbarkeit
  • Lieferung an die Haustüre, 14 Tage Widerrufsrecht
  • Mehr Freizeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben
  • Länderübergreifend einkaufen

Nachteile

  • Ware zum Aussuchen physisch nicht greifbar
  • Verdrängung des stationären Einzelhandels
  • CO² Ausstoss durch stark zunehmenden Güterverkehr an Privatpersonen